EndoProthetikZentrum am UKL erfolgreich zertifiziert

Nachweis für höchste Qualität endoprothetischer Versorgung


Leipzig. Das EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung am
Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist zertifiziert worden. Das zur Klinik und
Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie gehörende
Zentrum weist mit diesem Zeugnis des Internationalen Zertifizierungsinstituts
ClarCert nach, die höchsten Qualitätsvorgaben zu erfüllen. Die Zertifizierung
stand am Ende eines anspruchsvollen Prozesses. Zuvor galt es, sehr viele
Bedingungen und Anforderungen zu erfüllen.


Wofür steht eine solche Zertifizierung? Für Professor Andreas Roth, Leiter des Bereichs
Endoprothetik / Orthopädie, ist die Antwort klar: "Die Endoprothetik am UKL genießt immer
schon einen guten Ruf. Doch wir möchten zu den Besten gehören", so Roth. "Die Patienten
gehen dahin, wo die Qualität ist. Wir möchten den Qualitätsanspruch der Patienten erfüllen.
Dieses Zertifikat ist der Nachweis unserer Qualifikation", betont er und ergänzt: "Wir sind
ein EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung, davon gibt es in Leipzig außer uns nur
noch eins. Damit erfüllen wir noch höhere Anforderungen und sind unter anderem
spezialisiert auf schwere Fälle, Wechseloperationen oder auch Infektionen."


Umfangreiche Anforderungen
Bei einem so genannten Audit hielten sich unabhängige Prüfer zwei Tage am Klinikum auf
und arbeiteten einen umfangreichen Anforderungsbogen durch. Sie überprüften zum Beispiel,
ob innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr vor der Zertifizierung bei jeder Operation
immer mindestens ein Haupt- oder Senior-Hauptoperateur dabei gewesen war. Ein
Hauptoperateur muss mindestens 50, ein Senior-Hauptoperateur mindestens 100
endoprothetische Operationen nachweisen können. Ausgewiesen als Hauptoperateur wurde
Prof. Christoph Josten, Bereichsleiter Unfallchirurgie und Geschäftsführender Klinikdirektor.
Als Senior-Hauptoperateure nennt das Zertifikat neben Prof. Roth auch die Oberärzte Dr.
Mohamed Ghanem und Dr. Johannes Fakler. Alle Operationen müssen nach Beendigung
besprochen und ausgewertet worden sein.

Zudem kontrollierten die Prüfer alle vorhandenen Qualitätsurkunden,
Weiterbildungsnachweise und sämtliche Zertifikate der Prothesenanbieter. Unter die Lupe
nahmen sie weiter alle internen Kooperationen, also wie die Zusammenarbeit der
Endoprothetik beispielsweise mit den Anästhesisten, den Internisten, Radiologen,
Rheumatologen, den Hämatologen oder auch den Notfallmedizinern funktioniert.


Akribische Prüfungen
Die unabhängigen Prüfer gingen außerdem willkürlich ausgesuchte 20 Patientenakten
akribisch durch. Sie zeichneten unter anderem den Weg nach, den der Patient von der
Ambulanz, über die Aufnahme, die Station, einer möglichen Operation bis hin zu einer
eventuellen Physiotherapie gegangen ist.


"Die Anforderungen sind hoch, die Prüfung war streng, und nur noch leichte Korrekturen sind
danach erlaubt", erinnert sich Prof. Roth. Neben dem Qualitätsnachweis sieht er noch
weitere direkte Auswirkungen der Zertifizierung: "Nachdem alles auf den Prüfstand gestellt
wurde, funktionieren die Abläufe nun noch besser. Die einzelnen Akteure sind jetzt stärker
vernetzt, Wege wurden kürzer, alles geht zügiger." Aber auch neue Standards seien gesetzt
worden, so der UKL-Experte, deren dauerhafte Anwendung helfe, Abweichungen schneller zu
erkennen.


Beispiel Knieprothese: Patienten haben Anspruch auf Perfektion
Roth dankt vor allem Oberarzt Dr. Ghanem für die hervorragende Organisation und
Vorbereitung des Zertifizierungsprozesses. "Aber auch alle Assistenten meines Bereichs
haben tolle Arbeit geleistet", sagt er. Das Zertifikat ist gültig bis Mai 2020. Jedes Jahr steht
allerdings eine Zwischenprüfung an.


Die Zertifizierung sei für ihn so etwas wie ein Handbuch für Qualität, meint Prof. Roth: "Wir
können uns nun selbst überprüfen." Beispielhaft nennt er die Knieprothesen. Da habe sich im
OP-Ablauf einiges verändert. Roth: "Die Standards am Knie sind viel komplizierter als zum
Beispiel am Hüftgelenk. Ein Operateur muss alle Feinheiten kennen. Ein Knie verzeiht keine
Fehler."


"Die Patienten sollen unsere Klinik mit einem Knie verlassen, welches wirklich perfekt ist",
beschreibt er seinen Anspruch. Die Prothese müsse natürlich gut sein, aber auch die
Implantation, also der "Einbau". Und diese hohe Qualität nachzuweisen, so Prof. Roth, dafür
stehe dieses Zertifikat.

Universitätsklinikum Leipzig
Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als
zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt
das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen
Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000
Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich
werden hier über 400.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen
Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler,
indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die
medizinische Praxis überführt werden.

 

((Pressemitteilung)) UKL, 24. Februar 2017

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