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12. Mednet Weltkongress in Leipzig

Ausgerichtet vom Zentrum für Healthcare Management der Handelshochschule Leipzig (HHL) findet vom 7. bis 10. Oktober in der Bio City Leipzig der 12. Mednet Weltkongress statt. Nach dem letztjährigen Erfolg mit über 600 Teilnehmern in Toronto, Kanada, steht auch in diesem Jahr wieder das Thema "Internet und IT in der Medizin" im Mittelpunkt.

Einen besonderen Schwerpunkt hat das Zentrum für Healthcare Management dabei in diesem Jahr auf den Bereich Wirtschaftlichkeit von eHealth Anwendungen und die Förderung von "Unternehmertum" im Bereich eHealth gelegt. "Mit unserer Arbeit wollen wir eHealth Geschäftsideen fördern und die unterschätzten wirtschaftlichen Potentiale in diesem Bereich messbar machen und auf internationaler Ebene diskutieren" führt Dr. med. Christian Elsner, Leiter des Zentrums, aus.
Am Kongress werden Vertreter der WHO, verschiedener Regierungen, Kliniken, Industrie und Krankenversicherungen aus über 25 Ländern teilnehmen. Elsner, der über fünf Jahre im Vorstandsbereich Sachsen der Rhön Klinikum AG u.a. für IT-Themen und die konzernweite Organisationsentwicklung zuständig war, hat das Zentrum seit dem Jahr 2005 aufgebaut. Inzwischen ist das Zentrum für Healthcare Management an der Handelshochschule Leipzig (HHL) zu einer der ersten Adressen für Fragestellungen im Bereich von Healthcare IT und Medizintechnik geworden.

Gesponsert und unterstützt wird der Kongress u.a. von den Firmen Siemens Global Solutions, Intercomponent Ware, den Asklepios Kliniken, verschiedenen Krankenkassen und dem Fraunhofer Institut. "Gerade in Deutschland ist eHealth aufgrund fehlender Vergütungsmodelle und Gesetze noch stark unterrepräsentiert - über den Kongress kommen potentielle Partner ins Gespräch und sehen, was international schon möglich ist." erklärt Christian Angele, einer der Geschäftsführer der gerade mit Venture Kapital vom Zentrum für Healthcare Management bzw. der HHL ausgegründeten eHealth Firma "IMedo".

Die Teilnehmer können so einem spannenden und abwechslungsreichen Programm entgegenblicken, das neben über 100 wissenschaftlichen Vorträgen und Workshops auch einen Besuch im Porschewerk Leipzig mit anschließender Fahrt auf dem FIA-zertifizierten Porschetrack vorsieht.

Einen Teil des über die Mednet eingenommenen Geldes will das Kongresskommittee für das gemeinnützige Projekt "one laptop per child" des MIT spenden - ein Projekt für die dritte Welt, mit dem über die Versorgung mit einfachen und funkvernetzten Laptops neben einer besseren Ausbildung auch die Gesundheit in dieser Region gefördert werden soll. Einen Widerspruch zum propagierten Unternehmertum sieht Elsner dabei ganz und gar nicht: "Gutes Unternehmertum bedeutet immer auch, an eine Sache zu glauben und sich unabhängig vom essentiellen monetären Verdienst dafür einzusetzen. Diesem Gedanken wollen wir mit unserer Spende Ausdruck verleihen."

Um die Resonanz und den positiven Geist aus dem Kongress zu nutzen, ist auch die nächste internationale Veranstaltung des Zentrums für Healthcare Management bereits in Planung. Zusammen mit Vertretern der Universität Leipzig, umliegenden Leipziger Kliniken und den Industriepartnern des Zentrums wird so im Februar 2009 ein Wettbewerb rund um Geschäftsideen zu einem virtuellen Gesundheitspark in der Leipziger Region stattfinden.

Mit E-Health Anwendungen sind meist Anwendungen der Telemedizin gemeint, wenn sie sich auf die Internet-Infrastruktur oder -Technik stützen - so zum Beispiel IT-gestützte Expertenkonsile oder das Fern-Monitoring der Vitalwerte von Patienten im eigenen Haus. Auch Ansätze einer direkten Patient-Computer-Interaktion zur Ergänzung des Arztgesprächs erhalten heute mit dem Internet neuen Schwung und werden in der Folge häufig zu E-Health gezählt. Häufig werden mit E-Health auch die Vernetzungsbestrebungen im Gesundheitssystem umrissen - zum Beispiel elektronische Patientenakten. Darüber hinaus wird unter dem Begriff E-Health das Bestreben verschiedenster Akteure (von Versicherungen über Gesundheitsportale bis hin zu virtuellen Selbsthilfegruppen) geführt, Gesundheitsinformationen und Dienstleistungen über das Internet Patienten zugänglich zu machen. Gleiches gilt für den global zu beobachtenden Trend, dass sich Patienten im Internet zu medizinischen Themen kundig machen und in der Folge stärkeren Einfluss auf ihre Gesundheitsversorgung nehmen. Entsprechend umfassend angelegt ist daher einer der gelungensten Definitionsversuche für den Begriff E-Health: Eysenbach (2001) sieht darin nicht nur "eine technische Entwicklung, sondern auch eine [...] (besondere) Denkweise, Einstellung und Verpflichtung zu vernetztem und globalem Denken, um die Gesundheitsversorgung [...] durch den Gebrauch von Informations- und Kommunikationstechnologie zu verbessern". Insgesamt zeichnet sich ab, dass der neue Begriff eingeführt wurde, um deutlich zu kennzeichnen, dass aus der Konvergenz von Internet und Medizin etwas Neues entstehen würde, verbunden sowohl mit Chancen als auch Risiken für alle Akteure im Gesundheitswesen.