IT-basierte Innovationen in der Biopharma-Branche fördern

EU-Projekt PERMIDES: Gutscheine bezuschussen Zusammenarbeit von IT- und Biopharma-Unternehmen


Kleine und mittlere Biopharma-Unternehmen, die zukunftsweisende Kooperationsprojekte mit IT-Unternehmen durchführen wollen, können sich im Rahmen von PERMIDES um Gutscheine (Beratungs-, Innovations- oder Reisegutschein) bewerben. PERMIDES ist Teil des Rahmenprogramms der Europäischen Union für Forschung und Innovation, Horizon 2020, und wird vom CyberForum koordiniert. Der Gesamtwert der Gutscheine beträgt 3 Millionen Euro. Die europaweite Bewerbungsphase wird in Kürze eröffnet, interessierte Biopharma-und IT-Unternehmen können sie bereits jetzt vorab unter www.permides.eu registrieren.

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Regenerative Medizin trifft Weltraummedizin auf dem 3. WCRM

Ein Highlight der besonderen Art erwartet die Besucher des 3. Weltkongresses für Regenerative Medizin am 20. Oktober. Dann veranstaltet das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) eine Session mit dem Titel „Space Medicine meets Regenerative Medicine". Das TRM, dessen Hauptanliegen unter anderem in der Förderung interdisziplinärer Forschung liegt, vollführt damit einen Brückenschlag zwischen zwei noch jungen medizinischen Forschungsbereichen.

Es werden bedeutende Mediziner, Biotechnologen und Ingenieure aus Deutschland und Europa über Bioreaktortechnologie, Zellfunktionen und Tissue Engineering unter Mikrogravitationsbedingungen, über Strahlenbiologie und Lebenserhaltungssysteme referieren. Im Anschluss soll in einer Podiumsdiskussion über Potentiale und wechselseitigen Nutzen der beiden Fachgebiete gesprochen werden, sodass die Erkenntnisse der Weltraummedizin und die Erfahrungen der Mediziner bei der Betreuung von Raumfahrern auch dem praktischen Gesundheitswesen und dem Patienten bald zu Gute kommen.

Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt anwendungsorientierte Forschung zum direkten Nutzen für Unternehmen und zum Vorteil der Gesellschaft. Vertragspartner und Auftraggeber sind Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie die öffentliche Hand. Mehr als 80 Forschungseinrichtungen sind an Standorten in ganz Deutschland tätig. 12500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, bearbeiten das jährliche Forschungsvolumen von über einer Milliarde Euro. Davon fallen mehr als 900 Millionen Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Rund zwei Drittel
dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Ein Drittel wird von Bund und Ländern beigesteuert, auch um damit den Instituten die Möglichkeit zu geben, Problemlösungen vorzubereiten, die in fünf oder zehn Jahren für Wirtschaft und Gesellschaft aktuell werden.

Das Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) ist das jüngste Mitglied des Fraunhofer Verbundes Life-Science und wurde anlässlich des europaweiten Tages der Immunologie am 29. April 2005 in der BioCity Leipzig gegründet. Ziel des Instituts ist es, spezielle Problemlösungen an den Schnittstellen von Medizin, Biowissenschaften und Ingenieurswissenschaften für Partner aus der medizinorientierten Industrie und Wirtschaft zu finden. Kernkompetenzen liegen dabei in der regenerativen Medizin, d.h. bei zelltherapeutischen Ansätzen zur Wiederherstellung funktionsgestörter Gewebe und Organe bis hin zum biologischen Ersatz durch in vitro gezüchtete Gewebe (Tissue Engineering). Damit die Gewebe ohne Probleme anwachsen können, müssen zelluläre und immunologische Abwehr- und Kontrollmechanismen erfasst und in die Verfahrens- und Produktentwicklung integriert werden. Um diese Kernkompetenzen herum ergibt sich eine Vielzahl von Aufgaben für neue Produkte und Verfahren. Das Institut ist besonders kliniknah orientiert und übernimmt Qualitätsprüfungen, GMP-Herstellung von klinischen Prüfmustern und klinische Studien im Auftrag. Darüber hinaus unterstützt es die Erlangung von Herstellungsgenehmigungen und Zulassungen. Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig wird deshalb ein neuartiges zelltherapeutisches Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe die Wiederherstellung ausgefallener Funktionen und die Rückbildung von Lähmungen beschleunigt werden können. Das Verfahren hat die ersten experimentellen Prüfungshürden mit sehr guten Ergebnissen überwunden und könnte in den kommenden zwei Jahren erstmals beim Menschen angewendet werden.

12. Mednet Weltkongress in Leipzig

Ausgerichtet vom Zentrum für Healthcare Management der Handelshochschule Leipzig (HHL) findet vom 7. bis 10. Oktober in der Bio City Leipzig der 12. Mednet Weltkongress statt. Nach dem letztjährigen Erfolg mit über 600 Teilnehmern in Toronto, Kanada, steht auch in diesem Jahr wieder das Thema "Internet und IT in der Medizin" im Mittelpunkt.

Einen besonderen Schwerpunkt hat das Zentrum für Healthcare Management dabei in diesem Jahr auf den Bereich Wirtschaftlichkeit von eHealth Anwendungen und die Förderung von "Unternehmertum" im Bereich eHealth gelegt. "Mit unserer Arbeit wollen wir eHealth Geschäftsideen fördern und die unterschätzten wirtschaftlichen Potentiale in diesem Bereich messbar machen und auf internationaler Ebene diskutieren" führt Dr. med. Christian Elsner, Leiter des Zentrums, aus.
Am Kongress werden Vertreter der WHO, verschiedener Regierungen, Kliniken, Industrie und Krankenversicherungen aus über 25 Ländern teilnehmen. Elsner, der über fünf Jahre im Vorstandsbereich Sachsen der Rhön Klinikum AG u.a. für IT-Themen und die konzernweite Organisationsentwicklung zuständig war, hat das Zentrum seit dem Jahr 2005 aufgebaut. Inzwischen ist das Zentrum für Healthcare Management an der Handelshochschule Leipzig (HHL) zu einer der ersten Adressen für Fragestellungen im Bereich von Healthcare IT und Medizintechnik geworden.

Gesponsert und unterstützt wird der Kongress u.a. von den Firmen Siemens Global Solutions, Intercomponent Ware, den Asklepios Kliniken, verschiedenen Krankenkassen und dem Fraunhofer Institut. "Gerade in Deutschland ist eHealth aufgrund fehlender Vergütungsmodelle und Gesetze noch stark unterrepräsentiert - über den Kongress kommen potentielle Partner ins Gespräch und sehen, was international schon möglich ist." erklärt Christian Angele, einer der Geschäftsführer der gerade mit Venture Kapital vom Zentrum für Healthcare Management bzw. der HHL ausgegründeten eHealth Firma "IMedo".

Die Teilnehmer können so einem spannenden und abwechslungsreichen Programm entgegenblicken, das neben über 100 wissenschaftlichen Vorträgen und Workshops auch einen Besuch im Porschewerk Leipzig mit anschließender Fahrt auf dem FIA-zertifizierten Porschetrack vorsieht.

Einen Teil des über die Mednet eingenommenen Geldes will das Kongresskommittee für das gemeinnützige Projekt "one laptop per child" des MIT spenden - ein Projekt für die dritte Welt, mit dem über die Versorgung mit einfachen und funkvernetzten Laptops neben einer besseren Ausbildung auch die Gesundheit in dieser Region gefördert werden soll. Einen Widerspruch zum propagierten Unternehmertum sieht Elsner dabei ganz und gar nicht: "Gutes Unternehmertum bedeutet immer auch, an eine Sache zu glauben und sich unabhängig vom essentiellen monetären Verdienst dafür einzusetzen. Diesem Gedanken wollen wir mit unserer Spende Ausdruck verleihen."

Um die Resonanz und den positiven Geist aus dem Kongress zu nutzen, ist auch die nächste internationale Veranstaltung des Zentrums für Healthcare Management bereits in Planung. Zusammen mit Vertretern der Universität Leipzig, umliegenden Leipziger Kliniken und den Industriepartnern des Zentrums wird so im Februar 2009 ein Wettbewerb rund um Geschäftsideen zu einem virtuellen Gesundheitspark in der Leipziger Region stattfinden.

Mit E-Health Anwendungen sind meist Anwendungen der Telemedizin gemeint, wenn sie sich auf die Internet-Infrastruktur oder -Technik stützen - so zum Beispiel IT-gestützte Expertenkonsile oder das Fern-Monitoring der Vitalwerte von Patienten im eigenen Haus. Auch Ansätze einer direkten Patient-Computer-Interaktion zur Ergänzung des Arztgesprächs erhalten heute mit dem Internet neuen Schwung und werden in der Folge häufig zu E-Health gezählt. Häufig werden mit E-Health auch die Vernetzungsbestrebungen im Gesundheitssystem umrissen - zum Beispiel elektronische Patientenakten. Darüber hinaus wird unter dem Begriff E-Health das Bestreben verschiedenster Akteure (von Versicherungen über Gesundheitsportale bis hin zu virtuellen Selbsthilfegruppen) geführt, Gesundheitsinformationen und Dienstleistungen über das Internet Patienten zugänglich zu machen. Gleiches gilt für den global zu beobachtenden Trend, dass sich Patienten im Internet zu medizinischen Themen kundig machen und in der Folge stärkeren Einfluss auf ihre Gesundheitsversorgung nehmen. Entsprechend umfassend angelegt ist daher einer der gelungensten Definitionsversuche für den Begriff E-Health: Eysenbach (2001) sieht darin nicht nur "eine technische Entwicklung, sondern auch eine [...] (besondere) Denkweise, Einstellung und Verpflichtung zu vernetztem und globalem Denken, um die Gesundheitsversorgung [...] durch den Gebrauch von Informations- und Kommunikationstechnologie zu verbessern". Insgesamt zeichnet sich ab, dass der neue Begriff eingeführt wurde, um deutlich zu kennzeichnen, dass aus der Konvergenz von Internet und Medizin etwas Neues entstehen würde, verbunden sowohl mit Chancen als auch Risiken für alle Akteure im Gesundheitswesen.

Erweiterungsbau für BIO CITY LEIPZIG

Mit einem Eigenanteil von 2,9 Millionen Euro möchte die Stadt Leipzig in den Jahren 2008 bis 2010 den gewerblichen Teil der BIO CITY LEIPZIG erweitern. Für diesen 3. Bauabschnitt sollen zudem Fördermittel des Freistaates Sachsen in Höhe von 8 Millionen Euro (Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur") eingeworben und 2,6 Millionen Euro vom Teileigentümer des gewerblichen Bereichs, der Leipziger Gewerbehofgesellschaft (LGH), aufgebracht werden.

Die geplante Gesamtsumme von 13,5 Millionen Euro soll in einen 6.400 Quadratmeter großen Neubau investiert werden, um dadurch etwa 5.500 Quadratmeter zusätzliche Gewerbefläche zu schaffen. Hintergrund dafür ist, dass der gewerbliche Teil aufgrund der den Unternehmen gebotenen idealen Bedingungen derzeit einen Vermietungsstand von 98,9 % aufweist. Mit dem Erweiterungsbau wird nun der Boden für die Erweiterung ansässiger Unternehmen, für Ausgründungen oder Neuansiedlungen bereitet und die BIO CITY weiter gestärkt.

"Die BIO CITY ist eine Erfolgsgeschichte. Die Idee, universitäre und industrienahe Forschung, innovative Unternehmen sowie Existenzgründer unter einem Dach zu vereinen, überzeugt offensichtlich die Unternehmen. Fast ein Viertel der dort angesiedelten Firmen entschieden sich allein wegen des mit der BIO CITY verfolgten Konzepts für Leipzig als Standort. Ohne die BIO CITY wären diese Unternehmen entweder nicht nach Leipzig gekommen oder hätten Leipzig als Standort aufgegeben. So entstand zusammen mit den benachbarten außeruniversitären Forschungsinstituten ein überregional beachteter Nukleus, den es systematisch auszubauen gilt", begründet Bürgermeister Uwe Albrecht den heutigen Verwaltungsvorschlag.

Aktuell verfügt die BIO CITY LEIPZIG über 19.500 Quadratmeter Fläche, von der das Biologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig 5.000 Quadratmeter einnimmt. 14.500 Quadratmeter stehen gewerblichen Mietern inkl. Labor-, Büro- und Serviceflächen zur Verfügung. Derzeit beschäftigen 24 ansässige Firmen etwa 400 Mitarbeiter. Eröffnet wurde der Komplex im Mai 2003 nach 14-monatiger Bauzeit. Die Investitionskosten von ca. 50 Millionen Euro trugen der Freistaat Sachsen im Rahmen seiner Biotechnologie-Offensive und die Stadt Leipzig.