Warnung

Can't load Google maps without an API key. More information can be found in our documentation at joomla.digital-peak.com.

Neue Technik ermöglicht Eingriffe ganz ohne Bauchschnitte

UKL-Experten setzen Nähte mittels Endoskop Einsatz erfolgt vor allem bei Adipositas-Patienten


Leipzig. Mit Hilfe eines neuen Geräts können am Universitätsklinikum Leipzig
Eingriffe am Verdauungstrakt jetzt ganz ohne Schnitte erfolgen: Die
Fachexperten in der Endoskopie verbinden mit Hilfe eines speziellen
Instruments eine Magen- oder Darmspiegelung mit dem Setzen einer
chirurgischen Naht von innen. Dieses extrem schonende Verfahren
ermöglicht operative Eingriffe auch in schwierigen Fällen. Derzeit eingesetzt
wird es am UKL vom Team um Prof. Albrecht Hoffmeister in einem
interdisziplinären Therapiekonzept nach früheren adipositaschirurgischen
Eingriffen. Das Universitätsklinikum Leipzig ist damit eine von nur sehr
wenigen Kliniken in ganz Deutschland, die dieses Verfahren in der
Adipositas-Behandlung anwendet.


Das neue Verfahren kommt insbesondere bei einer endoskopischen Verkleinerung eines
Magenbypasses zum Einsatz. Der Eingriff kann angewendet werden, wenn sich einige Jahre
nach der erfolgreichen Anlage eines operativen Magenbypasses der auf wenige Zentimeter
verkleinerte Durchgang zwischen Restmagen und Darm wieder dehnt. Diese Weitung führt
dazu, dass die Patienten wieder an Gewicht gewinnen. Um dies zu unterbinden, kann die
Verbindung zwischen Restmagen und Dünndarm wieder auf maximal einen Zentimeter
verkleinert werden. Dieser Eingriff erfolgte bislang durch eine weitere Operation. "Mit dem
endoskopischen Nahtverfahren können wir ohne Schnitte und damit ohne neue Narben den
Durchgang vernähen", erklärt Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter der interdisziplinären
Endoskopie am Universitätsklinikum Leipzig. Der Eingriff dauert maximal eine Stunde, nach
drei Tagen verlassen die Patienten das Krankenhaus mit unverletzter Bauchdecke und ohne
Schmerzen. Denn das Instrument wird über eine Magenspiegelung eingeführt. "Für uns in der
Endoskopie kommt diese Technik einer kleinen Revolution gleich", erklärt Prof. Hoffmeister.
"Dadurch können wir eine Spiegelung direkt mit einer chirurgischen Therapie verbinden".
Dass dabei die Grenzen zwischen Chirurgie und Innerer Medizin verschwimmen, sei ganz
im Interesse der Patienten. "Unser Ziel ist es, fächerübergreifend so schonend wie nur
möglich bei maximaler Wirksamkeit zu behandeln - das gelingt mit dieser Technik auf sehr
elegante Art", so Hoffmeister.


Bereits 15 Patienten wurden auf diese Weise in den letzten Monaten erfolgreich behandelt,
in enger interdisziplinärer Kooperation mit den bariatrischen Chirurgen und den Adipositas-
Experten in der Endokrinologie. "Als Adipositas-Zentrum möchten wir unseren Patienten die
bestmögliche Therapie anbieten, auch und gerade im Bereich der Chirurgie", erklärt Prof.
Arne Dietrich, Leiter des Bereichs Bariatrische Chirurgie. "Diese neue endoskopische Technik
ergänzt sehr gut unsere bisherigen Operationsmöglichkeiten." Prof. Matthias Blüher, der in
der Adipositas-Ambulanz die Behandlung koordiniert, ist ebenfalls angetan von den
erweiterten Behandlungsoptionen. "Ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung des
Übergewichts oder metabolischer Erkrankungen ist eine häufig zu empfehlende
Therapieoption, wenn konservative Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft oder aussichtslos
sind", erklärt Blüher. "Es ist erfreulich, dass wir jetzt auch diese nichtoperative Therapieoption
haben."


Prof. Albrecht Hoffmeister sieht neben der Adipositas-Therapie noch weitere Einsatzgebiete
für das neue Verfahren - gerade im sehr empfindlichen Magen- und Darmbereich könnten so
beispielweise nach großen Operationen auftretende undichte Darm-Nähte schnell und
schonend verschlossen werden.

Universitätsklinikum Leipzig
Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als
zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt
das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen
Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000
Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich
werden hier über 400.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen
Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler,
indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die
medizinische Praxis überführt werden.

((Pressemitteilung)) UKL, 27. Juni 2016