Mit transplantiertem Herzen auf Medaillenjagd

Deutsche Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten in Leipzig vom 18. bis 29. Mai 2017
Sportliche Höchstleitungen mit einem transplantierten Organ – geht das? Und wie das geht! Bei den Deutschen Meisterschaften der Organtransplantierten und Dialysepatienten, die vom 18. bis 20. Mai 2017 in Leipzig stattfinden, kämpfen etwa 150 Sportler aus ganz Deutschland um Medaillen.
Von Leichtathletik über Schwimmen bis hin zu Tischtennis, Tennis, Radfahren und anderen Sportarten messen sich die begeisterten Sportler untereinander. Allen ist dabei gemein, dass sie in der Vergangenheit Herz, Leber, Lunge, Niere oder Knochenmark transplantiert bekommen haben oder aufgrund einer Nierenerkrankung dialysebehandelt werden und auf ein neues Organ warten.

Auftakt der diesjährigen Deutschen Meisterschaften bildet am Donnerstag, 18. Mai 2017 ein Mini-Marathon rund um das Herzzentrum Leipzig, Strümpellstraße 39, 04289 Leipzig. Startschuss ist 17.30 Uhr. Die weiteren Wettkämpfe finden dann in und auf verschiedenen Sportstätten in ganz Leipzig statt – unter anderem auf dem Campus in der Jahnallee oder in der Universitätsschwimmhalle.

Bei den Meisterschaften mit dabei sind auch die Sportler des Leipziger Vereins für Herz- und Lungentransplantation (HLTX e.V.), die sich wieder zahlreiche Medaillen erkämpfen wollen – denn immerhin fuhren die HLTX-Sportler von den Deutschen Meisterschaften 2016 in Bremen mit 16 Medaillen nach Hause. Die Sportaktiven des Leipziger Vereins leben alle seit mehreren Jahren mit einem neuen Herz oder einer neuen Lunge. Der Sport hat ihnen dabei geholfen, nach der oft langen und zermürbenden Wartezeit und den Anstrengungen der Operation, den Weg zurück in ein neues Leben zu finden. Außerdem ist es für sie die Möglichkeit, aktiv etwas zu tun, um auch langfristig gesund zu bleiben. „Der Sport zeigt mir, was das neue Herz leisten kann. Ein regelmäßiges Training ist dafür schon notwendig. Es bringt eine gesunde Fitness und hilft, die Medikamente besser zu verarbeiten“, erzählt zum Beispiel der 59-jährige Thomas Bergmann, der im April 2009 transplantiert wurde. Aber nicht jeder Organtransplantierte ist so engagiert. „Bei vielen herrscht große Unsicherheit, was sie sich mit einem neuen Herz oder einer neuen Lunge zutrauen können oder ob sie sich schonen müssen“, weiß Elke Scholz-Zeh, Koordinatorin für Transplantations-Patienten am Herzzentrum Leipzig. „Dem ist überhaupt nicht so. Es
müssen keine sportlichen Höchstleistungen sein; aber regelmäßige Bewegung durch sanften Ausdauersport wie Walken, Schwimmen oder Radfahren kräftigen das Herz, minimieren Nebenwirkungen der Medikamente und verbessern die Langzeitprognose“, so Scholz-Zeh weiter.

Die Deutschen Meisterschaften werden veranstaltet von Transdia Sport Deutschland e.V., dem deutschen Sportverein für Transplantierte und Dialysepatienten, und vom Leipziger Verein für Herz-Lungen-Transplantation HLTX e.V.. Kontakte zu Sportlern können gerne über den Verein vermittelt werden.
Nähere Informationen unter
www.transdiaev.de oder unter www.hltx.de

((Pressemitteilung)), Herzzentrum Leipzig, 16. Mai 2017