Organspende: „Salute Organon" – in viele Gesichter geschaut

((Pressemitteilung der Barmer GEK)) Organspende hat viele Gesichter – lernen Sie diese kennen! Der Dialyseverband Sachsen e.V. (DSV), der Verein Herz – Lungen-Transplantierter Leipzig e.V. (HLTX) und die BARMER GEK in Sachsen holen, vom 16. bis 18. Januar 2014, eine ungewöhnliche Ausstellung in die Schaubühne Lindenfels nach Leipzig. „Salute Organon", so heißt eine eindrucksvolle Videoperformance, die dazu einlädt, Geschichten von Betroffenen und Spendern kennenzulernen. Gleichzeitig gibt diese Ausstellung genug Raum für Diskussion, soll aber genauso anregen über die eigene Einstellung zum Thema nachzudenken.

Mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl
Was ist Hirntod und wie stellt man ihn fest? Wie gehen Organempfänger mit diesem nicht selbstverständlichen Geschenk um und was passiert mit den Hinterbliebenen? „Organspende ist ein sensibles Thema, das mit Augenmaß und mit Fingerspitzengefühl behandelt werden muss.
Es ist mit großen Berührungsängsten und Unsicherheiten bei den Menschen verbunden", sagt Paul-Friedrich Loose, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in Sachsen. Muss man sich doch mit dem eigenen Tod auseinandersetzen und die Frage stellen: Würde ich ein Spenderorgan ablehnen, wenn mein eigenes Überleben, beispielsweise nach einem Unfall, davon abhängt? „Der Beantwortung gehen viele Menschen erfahrungsgemäß gern aus dem Weg", sagt Annegret Bresch vom DSV. „Es ist leichter eine Entscheidung über einen neuen Stromanbieter oder den Ausbildungsweg der eigenen Kinder zu treffen, als über die eigenen Organe", so Bresch. Diese Ausstellung berührt, informiert und regt Diskussionen an.

Entscheidungen kann ein Mensch nur treffen, wenn er informiert ist, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Wer nicht informiert ist überlässt die Entscheidung Anderen.

Weitere Informationen unter: www.dvsachsen.de

Hintergrundinformation zur Ausstellung
Unter der Regie der Filmkünstler Carsten Ludwig und Rene Liebert entstand die Umsetzung des Themas als Performance mit künstlerischen und dokumentarischen Mitteln. Sie versuchen in ihrem Werk alle Seiten zu betrachten sowohl Befürworter als auch Bedenkenträger, Organempfänger und Organisatoren. Sie alle kommen zu Wort. Beiden Künstler widmen sich dem Thema Organspende in ausgesprochen authentischer und emotional sehr ansprechender Form. Organspende wird durch diesen Beitrag für die Menschen fassbarer. Carsten Ludwig und Rene Liebert schufen einen Film, der unvoreingenommen und wertungsfrei der Organspende Gesichter verleiht.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die BARMER GEK und das Sächsische Staatsministerium für Familie, Gesundheit und Soziales.

Pressemitteilung des UKL: Erstmals DaVinci- Roboter bei einer Lebendnierenspende im Einsatz

tn Universitätsklinikum LeipzigZum ersten Mal wurde jetzt am Universitätsklinikum Leipzig bei einer Lebendnierentransplantation der OP-Roboter DaVinci eingesetzt. Dazu standen Urologen gemeinsam mit Transplantationschirurgen im Operationssaal und arbeiteten Hand in Hand bei der Entnahme und der Transplantation des lebensrettenden Organs. Mit Hilfe des sonst in der Urologie genutzten Verfahrens kann der Eingriff für den Spender noch schonender gestaltet werden.

Schon nach fünf Tagen konnte die Spenderin nicht nur aufstehen, sondern das Klinikum auch bereits verlassen. Die ehemalige Krankenschwester aus Leipzig war erleichtert über die kleinen Narben nach dem minimalinvasiven Eingriff. „Man sieht faktisch nichts", so die Rentnerin, die ihrem Schwiegersohn ihre Niere gespendet hat.

Erstmals am UKL wurde dabei bei der Entnahme der Operationsroboter DaVinci eingesetzt. Das vom Operateur über eine Konsole gesteuerte vierarmige OP-System kann feinste Bewegungen und Schnitte mit höherer Präzision als durch die menschliche Hand ausführen. Durch die nur minimal-kleinen Schnitte bleibt den Patienten eine größere Operationswunde erspart. Auf diese Weise können nicht nur feinste Gefäße und Nerven exakt genäht werden, sondern die Patienten erholen sich auch schneller und leichter nach einer Operation. Bisher wird das DaVinci- System vor allem bei Prostata-Operationen und Nierentumoren angewandt. Der UKL-Urologe Prof. Uwe Stolzenburg gehört zu den erfahrensten DaVinci-Operateuren. „Es lag für uns nahe, das Verfahren schrittweise auch auf andere aufwändige Operationen zu übertragen, um den Patienten eine bestmögliche Versorgung bieten zu können", so Stolzenburg.

Nach der minimalinvasiven Abtrennung der Niere mit Hilfe des DaVinci wird diese über einen Leistenschnitt entnommen und von den Transplantationschirurgen dem Empfänger eingesetzt. „Das ist vor allem ein Vorteil für den Spender, und macht es diesem hoffentlich leichter, sich für diesen wichtigen Schritt zu entscheiden", erklärt dazu Privatdozent Dr. Michael Bartels. Er hat im Operationssaal die Niere übernommen und im klassischen offenen Verfahren dem Empfänger eingesetzt.

Der Eingriff verlief reibungslos, das Organ hat nahtlos seine Arbeit aufgenommen. Der 43-jährige Empfänger der Lebendspende hatte seit Jahren mit einer plötzlich aufgetretenen Nierenerkrankung zu kämpfen, musste im letzten Jahr dreimal wöchentlich zur Dialyse. Da lag die Entscheidung für eine rettende Spende für seine Familie nah. „Wahnsinnig dankbar" sei er dafür, so der kaufmännische Angestellte nach der erfolgreichen Transplantation. Am wichtigsten war ihm eine Woche nach der Operation, dass es seiner Schweigermutter gut ging. „Das ist doch das Entscheidende, das es dem Spender hinterher nicht schlechter geht als zuvor."

Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler, indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die medizinische Praxis überführt werden.

Park-Krankenhaus schafft es dreifach auf FOCUS-Ärzteliste

tn Park-Krankenhaus Leipzig((Pressemitteilung Park-Krankenhaus)) Es ist ein erneuter Erfolg für das Park-Krankenhaus Leipzig: In einer aktuellen Ärzteliste, die das Nachrichtenmagazin FOCUS in diesen Tagen veröffentlichte, erreichten gleich drei Mediziner Bestnoten. Im Fachbereich Orthopädie werden Prof. Dr. med. Géza Pap, Chefarzt des Orthopädisch-Traumatologischen Zentrums (OTZ) und sein Kollege Prof. Dr. med. Werner Hein gelistet. Auf dem Gebiet der Suchtbehandlung wird mit Dr. med. Edelhard Thoms der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie aufgeführt. Alle drei Ärzte schafften zum wiederholten Male den Sprung auf die anerkannte Bestenliste.

Das aktuelle Ärzteranking basiert auf einer mehrmonatigen Datenerhebung, in die u. a. die Empfehlungen von Ärzten und Patienten einflossen. Sie umfasst rund 2.500 ausgewählte Spezialisten aus 45 Fachgebieten.

Im Orthopädisch-Traumatologischen Zentrum (OTZ) des Leipziger Park-Krankenhauses werden alle von Erkrankungen betroffenen Gelenke konservativ und operativ versorgt: Hüft-, Knie- und Schultergelenk ebenso wie Ellenbogen- und Sprunggelenk. Zu weiteren fachlichen Schwerpunkten zählen u. a. die Unfallchirurgie, die Wirbelsäulenchirurgie und die gelenkerhaltende Chirurgie. Das orthopädische Behandlungskonzept steht unter der Überschrift „Bewahren geht vor Ersetzen". Das heißt: Gerade weil der künstliche Gelenkersatz ein besonderer Schwerpunkt des OTZ ist, werden im Vorfeld auch die gelenkerhaltenden Optionen abgeklärt.

Das Leistungsspektrum der ebenfalls im Park-Krankenhaus ansässigen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJP) reicht von der Behandlung von frühen Interaktions-, Persönlichkeits-, Angst- und Essstörungen über Traumata, familiäre Bindungsstörungen und professionellen Hilfen bei ADHS und Schulproblemen bis hin zu Suchterkrankungen. Auf der spezialisierten Therapiestation „Teen Spirit Island" werden neben Alkohol- und Drogenmissbrauch zunehmend auch junge Patienten behandelt, die unter Medienabhängigkeiten leiden. Neben den stationären Angeboten bietet die Klinik regelmäßige Sprechstunden für abhängige Kinder und Jugendliche an, die eine erste Anlaufstelle für die jungen Patienten und ihre Eltern bietet. Die KJP ist Teil des „Zentrums für Seelische Gesundheit", zu dem mit der Soteria Klinik Leipzig auch eine auf Suchterkrankungen spezialisierte Fachklinik gehört.

Über das Park-Krankenhaus Leipzig:

Das Park-Krankenhaus Leipzig ist mit 724 voll- und teilstationären Betten bzw. Behandlungsplätzen, 154 Rehabilitations- und 30 Plätzen für Adaption und betreutes Wohnen das größte Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung im Freistaat Sachsen. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Herzzentrum im Leipziger Südosten gelegen, verfügt das Park-Krankenhaus über drei somatische Behandlungszentren sowie ein Zentrum für Seelische Gesundheit.

Schwerpunkte der Somatischen Kliniken sind das Orthopädisch-Traumatologische Zentrum, das Zentrum für Gefäßmedizin mit den Fachdisziplinen Angiologie und Gefäßchirurgie sowie das Bauch- und Thoraxzentrum mit den Fachdisziplinen Gastroenterologie, Pneumologie sowie Allgemeine und Viszeralchirurgie. Ein zertifiziertes Darm- und Pankreaszentrum sowie eine Multimodale Schmerztherapie zur Behandlung chronischer Schmerzerkrankungen komplettieren das somatische Leistungsspektrum. Das Park-Krankenhaus ist zudem Mitglied im zertifizierten Trauma-Netzwerk Westsachsen zur Versorgung schwerverletzter Patienten.

In den Psychiatrischen Kliniken wurde im Jahr 2013 das Zentrum für Seelische Gesundheit gegründet. Unter diesem Dach sind seitdem die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sowie die Soteria Klinik Leipzig – Fachklinik für Suchterkrankungen am Park-Krankenhaus Leipzig zusammengefasst.

Das Park-Krankenhaus Leipzig ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig und gehört seit 1999 zur RHÖN-KLINIKUM AG. Pro Jahr werden hier rund 17.000 ambulante und mehr als 18.000 stationäre bzw. teilstationäre Behandlungen durchgeführt. www.parkkrankenhaus-leipzig.de, www.soteria-klinik-leipzig.de

Kontakt:

Alexander Friebel, Unternehmenskommunikation
Park-Krankenhaus Leipzig
Strümpellstraße 41
04289 Leipzig

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

http://www.parkkrankenhaus-leipzig.de

BMBF-Förderung: Entwicklung von innovativen Therapieverfahren für seltene Erkrankungen innerhalb des ERA-NET "E-Rare"

BMBF logo((Mitteilung des BMBF))
Es gibt mindestens 60000 bis 70000 seltene Erkrankungen, wobei der größte Teil davon einen genetischen Ursprung hat. Obwohl jede einzelne seltene Erkrankung nur wenige Menschen betrifft, leiden in Europa insgesamt mindestens 26 bis 30 Millionen Menschen an diesen Krankheiten. Ferner sind seltene Erkrankungen für das Gesundheitssystem eine besondere Herausforderung, da sie in vielen Fällen zu einer signifikanten Verminderung der Lebenserwartung führen und meist einen chronischen Verlauf mit großem Einfluss auf die Lebensqualität haben.

Deshalb sind dringend weitere Forschungsanstrengungen im Bereich der seltenen Erkrankungen nötig, um bessere Kenntnisse zur Prävention, Diagnose und Behandlung zu erlangen. Die Forschung in diesem Bereich wird dadurch erschwert, dass auf ganz unterschiedlichen Ebenen Ressourcen fehlen:

  1. Zu jeder einzelnen Krankheit forschen vergleichsweise wenige Wissenschaftler,
  2. die wenigen Patientinnen und Patienten sind räumlich weit verteilt, was die Zusammenführung in aussagekräftigen Kohortenstudien erschwert,
  3. existierende Datenbanken und Materialsammlungen haben einen begrenzten Umfang, sind kaum standardisiert und für die wissenschaftliche Fachöffentlichkeit nur schwer zugänglich,
  4. die betreffenden Krankheitsbilder haben einen oft sehr komplexen klinischen Phänotyp, weshalb ihre Behandlung und Erforschung interdisziplinäre Ansätze erfordert.

Wegen der bereits erwähnten jeweils kleinen Zahl von Patientinnen und Patienten, die von einer einzelnen seltenen Krankheit betroffen sind, sowie der zersplitterten Forschungslandschaft ist das Gebiet der seltenen Erkrankungen eines der Forschungsfelder, die von einer internationalen, koordinierten Zusammenarbeit besonders profitieren können.
Aus diesem Grund wurde das ERA-NET "E-Rare" (http://www.e-rare.eu/) gegründet, das die Forschungsaktivitäten der beteiligten europäischen Länder im Bereich der seltenen Krankheiten koordinieren soll. Dessen Aktivitäten werden nun in einer zweiten Phase "E-Rare-2" (2010 bis 2014) weitergeführt.
Im Rahmen von E-Rare haben sich die folgenden Partnerorganisationen zusammengeschlossen, um die sechste gemeinsame Maßnahme zur Förderung multinationaler kooperativer Forschungsprojekte im Bereich seltener Erkrankungen durchzuführen:
• das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Deutschland;
• der Austrian Science Fund (FWF), Austria;
• die Research Foundation Flanders (FWO), Belgium, Flanders;
• die Canadian Institutes of Health Research - Institute of Genetics (CIHR-IG), Canada;
• der Fonds de recherche du Québec-Santé (FRQS), Québec (Canada);
• die French National Research Agency (ANR), France;
• der Hungarian Scientific Research Fund (OTKA), Hungary;
• das Chief Scientist Office of the Ministry of Health (CSO/MOH), Israel;
• das Italian National Institute of Health (ISS), Italy;
• die Latvian Academy of Sciences (LAS), Latvia;
• das National Centre for Research and Development (NCBiR), Poland;
• die Foundation for Science and Technology (FCT), Portugal;
• die Executive Agency for Higher Education, Research, Development and Innovation Funding (UEFISCDI), Romania;
• das National Institute of Health Carlos III (ISCIII), Spain;
• die Swiss National Science Foundation (SNSF), Switzerland;
• die Netherlands Organization for Health Research and Development (ZonMw), The Netherlands;
• das Scientific and Technological Research Council of Turkey (TÜBITAK), Turkey.

Mit der vorliegenden Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, sich ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch gemeinsame kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei Therapieentwicklung für seltene Krankheiten realisiert werden, die aus den oben genannten Gründen allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind. Das BMBF ergänzt damit die innerhalb des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung (http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/_media/Gesundheitsforschungsprogramm.pdf) laufende Förderung von Verbünden für seltene Erkrankungen.
Für die vorliegende Fördermaßnahme wurde von den beteiligten Förderorganisationen ein gemeinsamer englischsprachiger Bekanntmachungstext herausgegeben, der unter http://www.e-rare.eu/ eingesehen werden kann. Er bildet die inhaltliche Grundlage der vorliegenden Bekanntmachung. Es wird dringend empfohlen, den englischsprachigen Bekanntmachungstext im Sinne einer zielführenden internationalen Konzeption von Anträgen für Forschungskooperationen zu beachten.
Die Bekanntmachung wird zeitgleich von allen Partnern in den jeweiligen Ländern veröffentlicht. Für die eigentliche Umsetzung der nationalen Projekte gelten die jeweiligen nationalen Richtlinien.
Vorhaben können nach Maßgabe dieser Richtlinien, der BMBF-Standardrichtlinien für Zuwendungen auf Ausgaben- bzw. Kostenbasis und der Verwaltungsvorschriften zu den §§ 23, 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) durch -Zuwendungen gefördert werden. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Diese Förderrichtlinien gelten in Verbindung mit dem Rahmenprogramm Gesundheitsforschung, siehe http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/_media/Gesundheitsforschungsprogramm.pdf.
Zuwendungen an wirtschaftlich tätige Antragstellende sind in der Regel staatliche Beihilfen im Sinne von Artikel 107 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Sie werden in diesem Fall als Einzelbeihilfen nach Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 800/2008 der Kommission vom 6. August 2008 zur Erklärung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Gemeinsamen Markt in Anwendung der Artikel 87 und 88 EG-Vertrag (Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung - AGVO) (ABl. L 214 vom 9.8.2008, S. 3) gewährt, und unterliegen den Beschränkungen nach Artikel 31 AGVO. Dadurch sind sie im Sinne von Artikel 107 Absatz 3 AEUV mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar und von der Anmeldepflicht nach Artikel 108 Absatz 3 AEUV freigestellt.

Innerhalb dieser Fördermaßnahme wird eine begrenzte Anzahl kooperativer und interdisziplinärer Forschungsprojekte mit klinischer Relevanz gefördert, von denen ein innovativer Beitrag für die Therapieentwicklung für seltene Krankheiten erwartet werden kann.
Die Bekanntmachung richtet sich an klinische und experimentelle Arbeitsgruppen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und/oder industriellen Partnern, die in der Regel in Verbünden zusammenarbeiten. Eine Zusammensetzung der Verbünde aus Partnern von Wissenschaft und Wirtschaft ist erwünscht, aber nicht obligatorisch.
Von der Kooperation wird ein Synergieeffekt erwartet. Daher muss aus den Projektanträgen der zusätzliche Nutzen der transnationalen Zusammenarbeit klar hervorgehen. Projekte, die die Notwendigkeit zur Kooperation nicht erkennen lassen, können nicht berücksichtigt werden.
Gemeinsame Forschungsprojekte sollen auf eine Gruppe seltener Erkrankungen bzw. auf eine einzelne seltene Krankheit fokussiert sein. Hierfür wird die europäische Definition zugrunde gelegt, nach der eine seltene Erkrankung nicht mehr als fünf von 100000 Menschen in der Bevölkerung betrifft. Seltene infektiöse Krankheiten, seltene Krebserkrankungen sowie seltene Medikamentenunverträglichkeiten sind nicht Gegenstand dieser Förderrichtlinien und können nicht gefördert werden.
Transnationale kooperative Forschungsanträge müssen die prä-klinische Entwicklung von innovativen therapeutischen Verfahren in geeigneten, bereits existierenden Tier- oder Zellmodellen zum Gegenstand haben.

Solche therapeutischen Verfahren können u. a. sein:
• Zell-basierte Therapie (z. B. somatische Zelltherapie, Zell-basierte regenerative Medizin, biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte, Therapieverfahren mit einer Kombination von Zellen mit künstlichen Gerüsten oder Trägermaterialien, etc.);
• gentherapeutische Ansätze (z. B. Transfer von Nukleinsäuren für therapeutische Zwecke wie DNA, RNA, Oligo¬nukleotide, etc.);
• pharmakologische Therapieansätze (z. B. Nutzung von chemischen oder biologischen Substanzen inklusive neuer Anwendungen für bereits zugelassene Arzneimittel, Hochdurchsatzscreening von Molekülen, etc.).
Die folgenden Forschungsansätze sind von einer Förderung ausgeschlossen:
• die Entwicklung neuer Tier- oder Zellmodelle - die geeigneten Tier- oder Zellmodelle müssen bereits etabliert sein;
• interventionelle klinische Studien oder andere Ansätze, bei denen innerhalb der Projektlaufzeit eine Anwendung bei Patienten erfolgt;
• chirurgische Therapieansätze oder Bestrahlungstherapie.
Die Ziele der Bekanntmachung befinden sich in Übereinstimmung mit den Zielen des "International Rare Diseases Research Consortiums" (IRDiRC). Mehr Informationen dazu finden sich unter: http://www.irdirc.org/.

Antragsberechtigt sind deutsche staatliche und nicht-staatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung (wie Krankenhäuser und Patientenvereinigungen) sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit FuE*-Kapazität in Deutschland, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU; die Definition für KMU der Europäischen Gemeinschaft ist unter dem Link http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/facts-figures-analysis/sme-definition/index_de.htm einzusehen).
Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen ergänzend zu ihrer Grundfinanzierung eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden.
Von den transnationalen kooperativen Forschungsprojekten wird ein großer Einfluss auf den wissenschaftlichen Fortschritt bzw. die Krankenversorgung im Bereich der seltenen Krankheiten erwartet.

Die Antragstellenden müssen durch einschlägige wissenschaftliche Vorarbeiten ausgewiesen sein und eine hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit einschließlich Austausch von Methoden und Materialien mitbringen. Die zur Bearbeitung der Forschungsfragen notwendige "kritische Masse" an Kompetenzen und Ressourcen muss vorhanden sein. Es wird eine gemeinschaftliche Bewerbung der deutschen und internationalen Partner vorausgesetzt.
Die Zahl der teilnehmenden Arbeitsgruppen sollte den Zielen des Antrags angemessen und hinsichtlich der Verteilung auf die verschiedenen teilnehmenden Länder ausbalanciert sein. Zur Bearbeitung der Projekte sollen sich Teams bilden, die sich aus mindestens drei bis maximal sechs einschlägig qualifizierten Forschungsgruppen aus mindestens drei der teilnehmenden Länder zusammensetzen. Allerdings können nicht mehr als zwei antragsberechtigte Arbeitsgruppen aus einem Land an einem transnationalen Projekt teilnehmen.
Darüber hinaus können wissenschaftliche Arbeitsgruppen, die keine Förderung beantragen oder aus Nicht-Teilnehmerländern stammen, gegebenenfalls an einem kooperativen Forschungsprojekt teilnehmen, sofern die Finanzierung ihrer Teilnahme anderweitig gesichert ist. Dazu ist im Antrag darzulegen, ob diese Finanzierung bereits gesichert ist oder wie sie bis zum geplanten Beginn des gemeinsamen Projekts gesichert werden soll. Die betreffenden Arbeitsgruppen müssen über die Projektkoordinatorin bzw. den Projektkoordinator den Nachweis der entsprechenden finanziellen Ressourcen vor der endgültigen Förderentscheidung vorlegen (bis spätestens zum 1. Oktober 2014). Insgesamt müssen aber sowohl die Projektkoordination als auch mindestens 50 % der teilnehmenden Arbeitsgruppen dazu berechtigt sein, von einer der teilnehmenden Förderorganisationen gefördert zu werden.
Auch Forschungskonsortien, die bereits im Rahmen früherer gemeinsamer Bekanntmachung von E-Rare gefördert wurden, können einen Antrag auf Förderung einer zweiten Phase bzw. Erweiterung ihrer Zusammenarbeit stellen. Diese Konsortien müssen im Antrag den Erfolg ihres laufenden Projekts und innovative wissenschaftliche Ziele für ihre zukünftige Zusammenarbeit darstellen. Ihre Anträge werden in Konkurrenz mit den Anträgen für neue Forschungsprojekte bewertet werden.
Für das gemeinschaftlich beantragte Projekt muss eine Projektkoordinatorin bzw. ein Projektkoordinator benannt werden, die bzw. der das Konsortium nach außen hin repräsentiert, für die Kommunikation mit dem "E-Rare-Sekretariat für die gemeinsame Bekanntmachung" und für das interne Management des Konsortiums verantwortlich ist. Dies beinhaltet beispielsweise die Abfassung von Berichten, Controlling, Öffentlichkeitsarbeit und das Management von Intellectual Property Rights. Ansprechpartner für die jeweilige nationale Förderorganisation sind die Projektleiterinnen und Projektleiter, die aus dem jeweiligen Land kommen.

Die Projektpartner müssen bis spätestens sechs Monate nach Förderbeginn des gemeinsamen Forschungsprojekts eine Kooperationsvereinbarung zwischen allen Projektpartnern abschließen. Entsprechende Informationen können über die Webseite von E-Rare unter "Information for applicants on cooperation agreements" abgerufen werden. Auf Wunsch muss die Kooperationsvereinbarung, zusammen mit den jeweiligen einschlägigen Informationen, den jeweiligen nationalen Förderorganisationen zugänglich gemacht werden. Darüber hinaus muss in einigen Ländern die Kooperationsvereinbarung bereits vor dem Beginn des Forschungsprojekts abgeschlossen sein. Erläuterungen dazu finden sich in den Länder-spezifischen Informationen im Leitfaden für Antragstellende.

Es wird erwartet, dass die Projektpartner den IRDiRC-Grundsätzen und -Richtlinien folgen, und sich an den IRDiRC-Arbeitsgruppen beteiligen. Mehr Informationen dazu finden sich unter: http://www.irdirc.org/.

Antragstellende sollen sich - auch im eigenen Interesse - mit dem EU-Forschungsrahmenprogramm vertraut machen. Es ist zu prüfen, inwieweit im Umfeld des beabsichtigten Vorhabens ergänzend ein Förderantrag bei der EU gestellt werden kann. Informationen zur EU-Förderung können auch unter http://www.nks-lebenswissenschaften.de abgerufen werden.
Vorhaben von Großunternehmen können unter dieser Förderrichtlinie nur dann gefördert werden, wenn die Vorhaben ohne die öffentliche Förderung nicht oder nicht in diesem Umfang durchgeführt würden oder wenn die öffentliche Förderung zu einer signifikanten Beschleunigung der Entwicklung führt, wenn also ein Anreizeffekt im Sinne von Artikel 8 AGVO vorliegt.
Die Zuwendungen an die deutschen Partner können im Wege der Projektförderung für einen Zeitraum von in der Regel bis zu drei Jahren als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Mit einem Förderbeginn ist in der ersten Hälfte des Jahres 2015 zu rechnen.
Beantragt werden können Personal- und Sachmittel einschließlich Mittel für Reisen sowie gegebenenfalls projektbezogene Investitionen, die nicht der Grundausstattung des Antragstellenden zuzurechnen sind.

Hochschulen und Hochschulkliniken kann die sogenannte "Projektpauschale" gewährt werden. Weitere Hinweise dazu unter https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare&formularschrank=bmbf&menue=block (Menüpunkt "Zuwendungen auf Ausgabenbasis").
Ausgaben für die Erstellung eines Ethikvotums durch die zuständige Ethikkommission einer Hochschule werden der Grundausstattung zugerechnet und können nicht gefördert werden. Die zur Anmeldung eines Patents erforderlichen Ausgaben bzw. Kosten während der Laufzeit des Vorhabens sind im Rahmen der BMBF-Standardrichtlinien grundsätzlich zuwendungsfähig.
Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 % gefördert werden können.
Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel - je nach Anwendungsnähe des Vorhabens - bis zu 50 % anteilfinanziert werden können. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung - grundsätzlich mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten - vorausgesetzt.

Die Bemessung der jeweiligen Förderquote muss den Gemeinschaftsrahmen der EU-Kommission für staatliche FuE-Beihilfen berücksichtigen. Dieser Gemeinschaftsrahmen lässt für KMU differenzierte Aufschläge zu, die gegebenenfalls zu einer höheren Förderquote führen können.
Die einschlägigen Schwellenwerte und Förderquoten der AGVO werden bei den jeweiligen Zuwendungen nicht überschritten.
Bestandteil eines Zuwendungsbescheids auf Kostenbasis werden grundsätzlich die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Kostenbasis des BMBF an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft für FuE-Vorhaben (NKBF98).

Bestandteil eines Zuwendungsbescheids auf Ausgabenbasis werden die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) und die Besonderen Nebenbestimmungen für Zuwendungen des BMBF zur Projektförderung auf Ausgabenbasis (BNBest-BMBF98).
Mit der Abwicklung dieser Fördermaßnahme auf nationaler Ebene hat das BMBF seinen
Projektträger im DLR für das BMBF
- Gesundheitsforschung -
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn
Telefon: 02 28/38 21-12 10
Telefax: 02 28/38 21-12 57
Internet: www.gesundheitsforschung-bmbf.de
beauftragt. Antragsskizzen für die kooperativen Forschungsprojekte (siehe Nummer 7.2.1) sind elektronisch beim E-Rare-Sekretariat für die gemeinsame Bekanntmachung, das bei dem "Institute of Health Carlos III (ISCIII)" in Madrid angesiedelt ist, einzureichen.
Während die Antragsskizzen eines Verbundprojekts von den Projektleiterinnen und Projektleitern aus den unterschiedlichen Ländern gemeinschaftlich über die Verbundkoordination eingereicht werden, erfolgt die Förderung der erfolgreichen Verbünde getrennt nach Teilprojekten durch die jeweilige Förderorganisation, bei der die Mittel beantragt -werden. Es wird daher dringend empfohlen, vor Antragstellung mit den jeweiligen nationalen Förderorganisationen Kontakt aufzunehmen. Weitere Informationen und Erläuterungen sind dort erhältlich. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner beim Projektträger im DLR erreichen Sie unter der Telefonnummer
02 28/38 21 - 12 10.

In der ersten Stufe sind bei dem E-Rare-Sekretariat für die gemeinsame Bekanntmachung zunächst formlose Antragsskizzen für das beabsichtigte Verbundvorhaben über die jeweils vorgesehene Verbundkoordination
bis spätestens 30. Januar 2014
in elektronischer Form vorzulegen. Diese sollen alle notwendigen Informationen enthalten, um dem Gutachterkreis eine abschließende fachliche Stellungnahme zu erlauben. Im Hinblick auf das internationale Begutachtungsverfahren wird die Einreichung der Antragsskizzen in englischer Sprache empfohlen.
Die Anforderungen an die Antragsskizzen sind in einem Leitfaden für Antragstellende (http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/_media/Leitfaden_ERARE14.pdf) niedergelegt. Sie ist anhand des dafür vorgesehenen Antragsbogens ("Pre-proposal form", abrufbar unter http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/_media/PPF_ERARE14.pdf) zu erstellen. Die Antragstellung erfolgt elektronisch über ein Internetportal (http://www.pt-it.de/ptoutline/application/erare14). Im Portal ist die Antragsskizze im PDF-Format hochzuladen. Darüber hinaus wird hier aus den Eingaben in ein Internetformular eine Vorhabenübersicht generiert. Vorhabenübersicht und die hochgeladene Antragsskizze werden gemeinsam begutachtet.
Aus der Vorlage einer Antragsskizze kann kein Rechtsanspruch auf eine Förderung abgeleitet werden. Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist. Verspätet eingehende Antragsskizzen können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden. Bei verspäteter Vorlage wird dringend die vorherige Kontaktaufnahme mit dem E-Rare-Sekretariat für die gemeinsame Bekanntmachung empfohlen. Eine Vorlage per E-Mail oder Telefax alleine ist nicht möglich.

Das E-Rare-Sekretariat wird, zusammen mit den jeweiligen nationalen Förderorganisationen, alle Antragsskizzen auf die Einhaltung der formalen Vorgaben hin prüfen (z. B. Abgabedatum, Anzahl der beteiligten Länder, Einschluss aller notwendigen Angaben, Antragsberechtigung der beantragenden Institutionen). Antragsskizzen, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, werden zurückgewiesen. Antragsskizzen, die den formalen und inhaltlichen Kriterien entsprechen, werden unter Beteiligung eines international besetzten Gutachtergremiums vor allem nach folgenden Kriterien bewertet:
• Relevanz des beantragten Projekts bezüglich der Ziele der Bekanntmachung;
• wissenschaftliche Qualität des Antrags (Innovation, adäquate Methodik);
• Durchführbarkeit des Projekts (angemessenes Budget, Ressourcen, Zeitplan);
• internationale Konkurrenzfähigkeit der beteiligten Arbeitsgruppen im Forschungsgebiet, auf dem sich der Antrag bewegt (vorausgegangene Forschungsarbeiten, Expertise der Arbeitsgruppen);
• Qualität der geplanten Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Gruppen und Mehrwert ("Added Value") der Verbundzusammenarbeit;
• Bedeutung der erwarteten Ergebnisse hinsichtlich der klinischen Nutzung und anderer sozioökonomischer oder gesundheitsrelevanter Fragestellungen.
Auf der Grundlage der Bewertung werden dann die für eine Förderung geeigneten Projektideen ausgewählt. Das Auswahlergebnis wird den Interessenten schriftlich mitgeteilt. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Rückgabe einer eingereichten Antragsskizze.

Weitere Einzelheiten zu dem vorgesehenen Bewertungsverfahren sind auf der E-Rare Internetseite erhältlich (Internetadresse siehe oben).
In der zweiten Verfahrensstufe werden die Antragstellenden der positiv bewerteten Antragsskizzen unter Angabe eines Termins zur Vorlage eines förmlichen Förderantrags (Vorhabenbeschreibung und Formantrag) aufgefordert. Zur Erstellung der Vorhabenbeschreibung wird auf die detaillierte Darstellung der Anforderungen für die Antragstellung verwiesen (http://www.e-rare.eu). Vorhabenbeschreibungen sollten den dort niedergelegten Anforderungen genügen.

Die vorgelegten Förderanträge werden unter Hinzuziehung eines externen Gutachterkreises bewertet. Über diese Anträge wird nach abschließender Prüfung entschieden.
Vordrucke für die einzureichenden Formanträge sowie Richtlinien, Merkblätter, Hinweise und Nebenbestimmungen können unter der Internetadresse https://foerderportal.bund.de/easy/ abgerufen oder unmittelbar beim Projektträger angefordert werden. Zur Erstellung von förmlichen Förderanträgen wird die Nutzung des elektronischen Antragssystems "easy" dringend empfohlen (Internetadresse siehe oben). Es ist zu beachten, dass neben der englischsprachigen Vorhabenbeschreibung des Verbundes auch eine kurze deutschsprachige Zusammenfassung der Forschungsziele des Verbundes und der deutschen Teilprojekte vorzulegen ist.

Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheids und die Rückforderung der -gewährten Zuwendung gelten die Verwaltungsvorschriften zu § 44 BHO sowie die §§ 48 bis 49a des Verwaltungs-verfahrensgesetzes, soweit nicht in diesen Förderrichtlinien Abweichungen zugelassen sind.

Universität Leipzig erhält Millionenförderung für einzigartige Studie zu Hepatitis-B-Behandlung

tn Universitätsklinikum LeipzigMit gut 1,1 Millionen Euro wird eine klinische Studie an der Leipziger Universitätsmedizin gefördert, die sich mit der chronischen Hepatitis-B-Erkrankung befasst. Für die Dauer von vier Jahren beobachten die Forscher Patienten, bei denen gängigen Medikamente nach mehrjähriger Behandlung kontrolliert abgesetzt werden. Die notwendige Einnahmedauer ist bei chronischer Hepatitis B bislang unklar, so dass die zu erwartenden Studienergebnisse für Ärzte und Betroffene weltweit von großem Nutzen sein werden.

Die "STOP-NUC" benannte Studie untersucht Patienten, die unter einer chronischen Leberentzündung leiden, ausgelöst durch eine Infektion mit Hepatitis-B-Viren. Es handelt sich um eine der häufigsten Infektionserkrankungen weltweit und eine der häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Einmal erkrankt, ist das Virus schwer wieder loszuwerden. Der Großteil aller Betroffenen erhält eine Langzeittherapie in Tablettenform mit so genannten Polymerase-Inhibitoren, die das Virus hemmen, sich zu vermehren. Die Therapie wird allgemein gut vertragen. Allerdings gibt es selten bei bestimmten Substanzen Auswirkungen auf die Niere und Knochen und die potenziellen Langfristfolgen sind nicht gut untersucht. Bis heute ist nicht geklärt, ob und wann im Behandlungsverlauf mit der Medikamentengabe aufgehört werden kann oder ob sie lebenslang fortgesetzt werden muss. Weltweit fehlen dazu belastbare Untersuchungen.

Das bisherige Wissen stützt sich nur auf Beobachtungen einer Pilotstudie aus Griechenland. Bei Patienten, die auf die antivirale Therapie über vier bis fünf Jahre gut angesprochen hatten, wurde die Therapie abgesetzt. Ungefähr die Hälfte von Ihnen konnte danach ohne Medikamente weiterleben, erläutert Prof. Thomas Berg, Leiter der Sektion Hepatologie. "Das Spannende ist, dass ein Drittel dieser Patienten dann im weiteren Verlauf das Virus sogar ganz verloren haben. Ein Effekt, der bei einer fortgesetzten Medikamenteneinnahme so wahrscheinlich nicht eingetreten wäre. Nach dem Absetzen kommt es zwar regelhaft zu einem Wiederanstieg der Viruslast, der bei vielen aber von alleine wieder zurück geht. Der Körper scheint dies wie eine Neuinfektion wahrzunehmen und darauf eine immunologische Abwehrreaktion auszulösen, die dann zu einer langfristigen Kontrolle der Infektion führt."

An diesem Punkt setzen die Wissenschaftler der STOP-NUC-Studie an. In den kommenden Jahren werden an bundesweit 25 Behandlungszentren insgesamt 160 Patienten mit einer chronischen Hepatitis B (HBeAg negativ), die gut auf eine Therapie ansprechen, in die Studie eingeschlossen und über mehrere Jahre beobachtet. Ein Teil von ihnen wird weiter mit Medikamenten behandelt, bei den anderen wird kontrolliert abgesetzt. Der Vergleich der jeweiligen Verläufe werde endlich aussagekräftige Ergebnisse liefern, ist Prof. Thomas Berg überzeugt: "Zusätzlich soll geklärt werden, ob voraussagbar ist, bei welchen Patienten das Absetzen erfolgreich verläuft. Dann könnte man es in Zukunft den anderen ersparen. Wir sehen einen Zusammenhang mit der Konzentration von Hepatitis-B-Eiweißstoffen, dem so genannte HBs-Antigen, aber das liegt alles noch im Dunkeln."

Die Projektidee stammt von Dr. Florian an Bömmel (Sektion Hepatologie), der ergänzt: "Die Studie ist sehr innovativ und ihre Fragen beschäftigen international alle Hepatitis B-Behandelnden. Die Ergebnisse, so viel steht schon jetzt fest, werden große Beachtung finden." Entwickelt wurde die Studie zusammen mit dem Zentrum für Klinische Studien (ZKS). Es ist eine Einrichtung der Medizinischen Fakultät - geschaffen, um Wissenschaftler bei der umfangreichen Planung und Beantragung von Studien zu unterstützen. In den kommenden Jahren werden die Daten aus den beteiligten Zentren in Leipzig zusammenlaufen und am ZKS ausgewertet. Dass die Leipziger Projektidee erfolgreich aus dem Auswahlverfahren der gemeinsamen Initiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Bundesforschungsministerium zur Förderung klinischer Studien in Deutschland hervorgegangen ist, sieht Berg auch in der Zusammenarbeit begründet. "Auf die jährliche Ausschreibung werden immer mehrere hundert Studienanträge eingereicht. Unter die wenigen Auserwählten gekommen zu sein, sehen wir als hohe Auszeichnung."

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Thomas Berg
Sektion Hepatologie
Uniklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie
Telefon: +49 341 97-12330
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Web: www.uniklinikum-leipzig.de

Dr. Florian van Bömmel
Telefon: +49 341 97-12252
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Web: www.uniklinikum-leipzig.de