Ätherische Öle - Keine dufte Idee für Kinder

Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, haben ätherische Öle wieder Hochkonjunktur. Ob in Erkältungsbädern, als Lösung zum Inhalieren, Creme zum Einreiben der Brust oder als Duftöl – ätherischen Ölen aus Eukalyptus, Kampfer und Pfefferminz wird eine heilende Wirkung zugesprochen. Vorsicht ist allerdings bei Kindern geboten, denn bei ihnen können schwere gesundheitliche Schäden auftreten. Badeöle, Salben zum Einreiben oder auch Erkältungsbäder enthalten ätherische Öle. Diese gelangen auf unterschiedliche Weise in den Körper, je nach Applikationsform über die Schleimhäute beim Einatmen, über die Haut beim Einreiben oder über den Magen-Darmtrakt, wenn sie geschluckt werden.

Besondere Vorsicht bei Babys
Vorsichtig sollten besonders Eltern von Babys oder Kleinkindern sein, denn der Nachwuchs kann schon auf kleinste Mengen sehr empfindlich reagieren. "Bereits ein paar Tropfen von einem unverdünnten ätherischen Öl in Mund oder Nase können lebensbedrohliche Verkrampfungen des Kehlkopfes hervorrufen und dann sogar zum Atemstillstand führen. Als erstes sollten Eltern daher prüfen, ob das Präparat speziell für Kinder ausgewiesen ist und wie es verabreicht wird. Wer unsicher ist, sollte vor der Anwendung immer einen Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen", empfiehlt Claudia Szymula, Sprecherin der Barmer GEK in Sachsen. Besonders häufig kommt es zu Vergiftungserscheinungen, weil Öle, die zur Inhalation geeignet sind, mit Präparaten zum Einnehmen in Tropfenform verwechselt werden.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Generell kann es bei der Anwendung von ätherischen Ölen bei Kindern zu Haut- und Schleimhautreizungen kommen, auch Erbrechen und Bewegungsstörungen sind möglich. "Stark wirksame ätherische Öle aus Kampfer, Eukalyptus, Thymian oder Pfefferminz haben in der Nähe von kleinen Kindern grundsätzlich nichts zu suchen. Wer auf die Wirkung der Öle bei älteren Kindern und Jugendlichen nicht verzichten möchte, sollte unbedingt die vorgeschriebene Verdünnungsweise einhalten und die Öle nicht direkt auf die Haut, und schon gar nicht im Gesicht, auftragen, weil die Haut dann zu stark gereizt wird", so Szymula. Bei der Aufbewahrung sollten Eltern darauf achten, dass die Öle außer Reichweite der Kinder stehen.

Was ist im Notfall zu tun?
"Lösen ätherische Öle bei einem Kind allergische Reaktionen aus, sollte möglichst schnell der Kinderarzt konsultiert werden“, so Szymula. Wichtige Maßnahmen können auch schon zu Hause helfen: Bei Hautkontakt hilft einfach Abspülen, hat das Kind etwas Öl verschluckt, sollte es möglichst viel trinken, um es zu verdünnen. Am besten eignen sich Tee, Wasser oder Saft. Danach sollte eine Giftnotrufzentrale kontaktiert werden. Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (GGIZ)

Gift-Notrufnummer in Sachsen: Giftnotruf / Giftnotruf Erfurt 0361 730730 (Eine ausführliche Liste mit den Rufnummern der Giftnotrufzentren in Deutschland gibt es in der Rubrik "tox. Links" unter: http://www.giz-nord.de)

((Pressemitteilung)) BARMER GEK, 3. Dezember 2015