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Gesetz zur Reform der Pflegeberufe stößt bei den sächsischen Krankenhäusern auf Kritik

Der aktuell vorliegende Referentenentwurf des Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe
(Pflegeberufsgesetz - PflBG) stößt bei den Krankenhäusern auf Kritik. Darin ist die Einführung
der generalistischen Pflegeausbildung unter Zusammenlegung von Altenpflege, Gesundheitsund
Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer neuen
Pflegeausbildung vorgesehen. Ergänzend zu dieser fachberuflichen Pflegeausbildung soll
dann eine hochschulische Pflegeausbil-dung hinzukommen.


Die mit dem Gesetzentwurf verbundenen Chancen und Risiken wurden im Rahmen einer
Informa-tionsveranstaltung auf Einladung der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) und des
Universitätsklinikums Leipzig (UKL) am 24.11.2015 mit mehr als 90 Vertretern aus Pflege,
Krankenpflegeschulen, Personalbereichen und Krankenhausleitungen diskutiert. Im Ergebnis
überwogen die kritischen Einschätzungen, da befürchtet wird, dass die ausgebildeten
Pflegekräfte am Ende nicht voll einsatzfähig sein werden und die Krankenhäuser auf eigene
Kosten nachqualifizieren müssen.


So ist aus Sicht der Leistungserbringer und Träger von Ausbildungseinrichtungen fraglich, ob
das eigentliche Ziel des Gesetzgebers, eine größere Zahl an potentiellen Auszubildenden mit
dieser neuen Ausbildungsform anzusprechen, erreicht werden kann. "Zu befürchten ist doch,
dass insbesondere die Ausbildungsinhalte aus Kinderkranken- und Altenpflege bei einer
generalistischen Ausbildung viel zu kurz kommen. Die bisherige gegliederte Ausbildung
gewährleistet eine hohe Orientierung am Patientenbedarf. Dieses hohe Qualitätsniveau muss
auch nach einer Ausbildungsreform sichergestellt werden", so Friedrich R. München,
stellvertretender Geschäftsführer und Justitiar der KGS.


Das Universitätsklinikum Leipzig ist Träger einer bedeutenden Medizinischen Berufsfachschule
und großer pflegerischer Arbeitgeber mit rund 400 Auszubildenden in der Pflege, davon
150 speziell in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. "Unser Anspruch ist es, jungen
Menschen eine hervorragende Ausbildung in attraktiven Pflegeberufen zu ermöglichen",
erklärt Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des UKL. Der Gesetzentwurf würde
dafür noch nicht die idealen Rahmenbedingungen bieten. "Aus unserer Sicht eines großen
Krankenhauses der Maximalversorgung ist es entscheidend, die Attraktivität des wichtigen
Berufsbildes der Pflege gezielt zu erhöhen - durch eine geeignete Berufsbezeichnung ebenso
wie durch eine hohe Qualität der Ausbildung, die den fachlichen Besonderheiten
unterschiedlicher Pflegefachrichtungen genügend Rechnung trägt".


KGS und das UKL werden sich daher auch zukünftig kritisch und konstruktiv an der
Diskussion im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens beteiligen. Entsprechende
Positionspapiere wurden den politischen Mandats- und Entscheidungsträger bereits
übersendet (Anlage). Im weiteren Gesetzgebungsverfahren wird auch die Deutsche
Krankenhausgesellschaft im Rahmen der Verbändeanhörung am 11. Dezember 2015 die
Möglichkeit haben, die Positionen der Krankenhäuser einzubringen. Es bleibt abzuwarten,
inwieweit die kritischen Stimmen der Praktiker Berücksichtigung finden werden.
Die Positionspapiere der KGS und des UKL dazu finden Sie hier:
http://www.uniklinikum-leipzig.de/r-pressemitteilungen.html

Universitätsklinikum Leipzig
Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als
zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt
das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen
Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000
Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich
werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen
Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler,
indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die
medizinische Praxis überführt werden.

((Pressemitteilung)) UKL Leipzig und Krankenhausgesellschaft, 4. Dezember 2015