Warnung

Can't load Google maps without an API key. More information can be found in our documentation at joomla.digital-peak.com.

Prostatakrebs im Frühstadium ohne Operation behandeln

Fokale Therapie am UKL seit einem Jahr erfolgreich im Einsatz

Leipzig. Die sogenannte fokale Therapie ermöglicht ausgewählten Patienten im Frühstadium des Prostatakarzinoms eine schonende Teilbehandlung
durch fokussierten Ultraschall. Sie wird seit einem Jahr am Uniklinikum Leipzig angewendet. Eine präzise Behandlungsplanung wird dabei am UKL durch eine spezielle MRT-Diagnostik der Prostata erzielt.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann - jährlich erkranken 65 000 Menschen in Deutschland daran. Nicht jeder dieser Tumoren erfordert aber eine sofortige
Operation oder Bestrahlung. Das Verfahren der fokalen Therapie bietet für ausgewählte Patienten die Chance, die Krebsareale zu beseitigen ohne die Prostata entfernen zu müssen.
Typische Nebenwirkungen einer Operation oder Bestrahlung sollen dadurch reduziert werden.


Dabei arbeiten die Ärzte mit hochfokussiertem Ultraschall, der das kranke Gewebe über eine Sonde im Enddarm zerstört. Das UKL ist eines der ersten Zentren in Deutschland, das diese neue Therapieform einsetzt. "Wir arbeiten daran, die fokale Therapie in einigen Jahren als Standardverfahren als Alternative zur OP oder Bestrahlung für ausgewählte Patienten anzubieten", erklärt Privatdozent Dr. Roman Ganzer, stellvertretender Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig. Hier folgen die Urologen am UKL den Empfehlungen der deutschen und europäischen Gesellschaften für Urologie, nach denen eine fokale Therapie nur unter wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt werden soll. Daher ist das UKL auch an zwei multizentrischen Studien beteiligt, die die Methode wissenschaftlich untersuchen. Erste Ergebnisse werden für Sommer 2016 erwartet.

Bisher sehen die Ergebnisse sehr vielversprechend aus, weisen auf eine sehr gute Verträglichkeit und wenige Nebenwirkungen hin.
Eine Besonderheit ist, dass in der Radiologie am UKL ergänzend für die Planung der Behandlung eine spezielle Kernspinuntersuchung der Prostata durchgeführt wird. "Dieses bildgestützte Vorgehen hilft uns, die Lokalisation des Tumors besser zu verstehen. Das ist die Grundlage dafür, den Tumor später umfänglich zu zerstören, ohne das umliegende Gewebe zu verletzen - wie die Nerven, die für die Potenz verantwortlich sind und andere empfindliche Strukturen wie den Harnröhrenschließmuskel."


Die MRT-Bilder können für die Behandlung im Behandlungsgerät eingelesen werden. Ein gebündelter Ultraschall zerstört dann präzise die identifizierten Tumorareale. "Das Verfahren ergänzt optimal unsere Spezialisierung auf robotergestützte minimal-invasive Therapie des Prostatakrebses", so Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der UKL-Klinik für Urologie.

Universitätsklinikum Leipzig
Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als
zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt
das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen
Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000
Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich
werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen
Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler,
indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die
medizinische Praxis überführt werden.