Ein neues Leben dank fachübergreifender Zusammenarbeit

Ärzteteam am Klinikum St. Georg entfernt Tumor bei Herzschrittmacher-Patienten

Leipzig. Durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit gelang den Ärzten des Klinikums St. Georg eine komplizierte Tumorintervention bei einem 85-jährigen Nierenpatienten. Die Umstände für diesen Eingriff waren denkbar ungünstig: Werner H. ist Träger eines Herzschrittmachers und verlor bereits Ende der 1980er Jahre seine erste Niere durch einen Tumor. „Bei Werner H. ging es vor allem darum, die Nierenfunktion zu erhalten. Hätten wir das Organ komplett entfernt, wäre er für den Rest seines Lebens zum Dialysepatienten geworden. Der Herzschrittmacher erschwerte jedoch den Eingriff und erforderte die Expertise verschiedener Spezialisten auf dem Gebiet der Urologie, Kardiologie und Radiologie“, erklärt Professor Dr. Arnd-Oliver Schäfer, Chefarzt der Klinik für Radiologie mit den Abteilungen für Diagnostische Radiologie, Interventionelle Radiologie, Neuroradiologie und Kinderradiologie.

Anfang 2015 stellten die Ärzte der Klinik für Urologie und Andrologie am St. Georg auch an der zweiten noch verbliebenen Niere von Werner H. einen Tumor fest. Dieser konnte zunächst organerhaltend entfernt werden. Nach kurzer Zeit bildete er sich jedoch im Narbengewebe erneut. In enger Zusammenarbeit planten Urologen, Kardiologen und Radiologen das weitere Vorgehen. „Normalerweise führen wir in diesem Fall eine kontrastmittelgestützte Computertomographie (CT) durch, um den Tumor genau lokalisieren zu können.
Durch nur noch eine verbleibende Niere war dies aus Sicherheitsgründen jedoch nicht möglich, deshalb entschieden wir uns für eine Kernspintomographie“, so Schäfer. Unter bestimmten Voraussetzungen können am St. Georg auch Patienten mit einem Herzschrittmacher gefahrlos auf diese Weise untersucht werden. Speziell ausgebildete Kardiologen versetzten dafür den Herzschrittmacher in einen sicheren Modus.

Anhand des anschließenden Befundes entschied das Ärzteteam im Rahmen der interdisziplinären urologischen Tumorkonferenz, eine CT-gesteuerte Radiofrequenzablation bei Werner H. durchzuführen, um die bösartigen Zellen zu zerstören. „Bei dieser Methode wird durch Stromfluss Reibung im Gewebe erzeugt. Die dadurch entstehende Hitze über 60 Grad Celsius schädigt die Krebszellen irreversibel“, erklärt Professor Dr. Arnd-Oliver Schäfer.
Das minimalinvasive Verfahren ist ohne Narkose mit einer örtlichen Betäubung möglich und stellt deshalb eine besonders schonende Behandlungsmethode speziell für Risikopatienten wie Werner H. dar. Auch für diesen Eingriff programmierten Kardiologen den Herzschrittmacher des Patienten. Nach der Behandlung versetzten sie das Gerät wieder in den normalen Modus.

„Mir ist bewusst, wie viele Spezialisten in meinem Fall zusammengearbeitet haben, und ich bin dem Team vom St. Georg dankbar, dass alles so reibungslos funktioniert hat. Ich hatte während der Operation keine Schmerzen und mir geht es jetzt wieder hervorragend“, freut sich Werner H. Bereits einen Tag nach dem Eingriff wurde der 85-Jährige wieder nach Hause entlassen.

St. Georg Unternehmensgruppe:

Die St. Georg Unternehmensgruppe besteht aus dem Klinikum St. Georg gGmbH, fünf Tochtergesellschaften (einschließlich Fachkrankenhaus Hubertusburg) und dem Eigenbetrieb Städtisches Klinikum „St. Georg“ Leipzig und beschäftigt insgesamt rund 3.370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Während der Städtische Eigenbetrieb überwiegend Aufgaben für die Stadt Leipzig übernimmt, gehört das Klinikum St. Georg gGmbH nach dem Landeskrankenhausplan zu den Krankenhäusern der Schwerpunktversorgung. Zudem fungiert die gGmbH als Akademisches Lehrkrankenhaus für die Universität Leipzig.
Die St. Georg Unternehmensgruppe ist ein wichtiger Auftraggeber. In den letzten 20 Jahren wurden mehr als 350 Mio. Euro in Sanierung, Umbau und die Einrichtung von Gebäuden sowie in Medizintechnik investiert. Der Jahresumsatz im Jahr 2012 betrug 203 Mio. Euro.
Die Unternehmensgruppe ist an 17 Standorten in und um Leipzig präsent und verfügt derzeit über rund 1.700 Betten und tagesklinische Plätze. Jährlich werden ca. 47.000 Patientinnen und Patienten stationär und teilstationär behandelt. Die Zahl der ambulanten Patienten liegt bei 140.000. Der Jahresdurchschnitt an stationären Operationen liegt bei 16.500, die Operationszahl ambulant bei 2.700.
Die Leistungen werden in 25 Kliniken mit jeweiligen Fachbereichen, Ambulanzen, einer Belegbettenstation, in interdisziplinären Behandlungszentren, Instituten, Notaufnahmen und Tageskliniken erbracht. Bundesweite Bedeutung hat zudem das Schwerbrandverletztenzentrum, in dem jeder Schweregrad von Verbrennungen behandelt werden kann. Von überregionaler Bedeutung sind zudem die Klinik für Spezialisierte Septische Chirurgie und die Infektiologische Isolierstation.
Klinikum St. Georg – über 800 Jahre mehr als nur ein Krankenhaus.
www.sanktgeorg.de

((Pressemitteilung)) Klinikum St. Georg gGmbH, 22. Dezember 2015