Funktionsstörungen des Beckenbodens nach der Geburt frühzeitig erkennen und behandeln

Themennachmittag für Hebammen und niedergelassene Frauenärzte

Zu einem Themennachmittag mit Informationen über Funktionsstörungen des Beckenbodens nach der Geburt lädt die Abteilung für Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig alle Hebammen und niedergelassenen Frauenärzte am 20. September ein.

"Schwangerschaft und Geburt können eine Belastung für den Körper der Frau darstellen", so Dr. Anne Heihoff-Klose, Oberärztin in der Abteilung für Geburtsmedizin. "Insbesondere der Beckenboden wird gedehnt und gezerrt, Verletzungen der Strukturen sind möglich. Hebammen und Frauenärzte, die die Schwangeren betreuen, werden häufig als erstes mit den Problemen konfrontiert, dass Patientinnen nach der Geburt darüber klagen ihren Urin bei Belastungen wie Husten oder Hüpfen nicht halten zu können, Winde nicht mehr halten zu können, ein Senkungsgefühl in der Scheide zu haben oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu haben. Mit unserer Fachveranstaltung wollen wir deshalb die Aufmerksamkeit für Risikopatientinnen schärfen, Möglichkeiten aufzeigen, den Frauen zu helfen und natürlich unsere Fachexpertise anbieten."

Bei der Fachveranstaltung werden den Hebammen und niedergelassenen Frauenärzten Informationen zu neuesten Erkenntnissen in Proktologie und Urogynäkologie gegeben. "Wir legen aber auch Augenmerk auf die Physiotherapie", betont Dr. Heihoff-Klose. "Denn es ist besonders wichtig aktiv zu werden, um gegen Funktionsstörungen des Beckenbodens vorzugehen. Direkt nach der Geburt sind Heilungsprozesse in Gang, verbleiben die Beschwerden aber über 3 Monate, ist eine physiotherapeutisch angeleitete
Beckenbodentherapie zu empfehlen, Behandlungen mit Elektrostimulations- und Biofeedbackgeräten sind möglich, insbesondere wenn der Beckenboden kaum wahrgenommen werden kann." Stelle sich außerdem heraus, dass eine Senkung der
Scheidenwand oder der Gebärmutter vorhanden ist, könne eine Pessartherapie hilfreich sein. Bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung, seien chirurgische Eingriffe zunächst zu vermeiden.

Der Großteil der Frauen mit einer Inkontinenz, die während oder nach einer Schwangerschaft begann, hat ein Jahr nach der Geburt keine Beschwerden mehr. Offenbaren sich aber in dieser Zeit Schwachstellen, so sei es wichtig, weiter aktiv den Beckenboden zu trainieren, Übergewicht abzubauen, auf eine gute Stuhlregulierung zu achten und somit den Beckenboden zu entlasten.

Von Vorteil für die betroffenen Frauen sei, dass sich die Ärztinnen in der geburtshilflichen urogynäkologischen Nachsorgesprechstunde an der Abteilung für Geburtsmedizin Zeit für die Patienten nehmen können, um im Gespräch Probleme und Lösungsmöglichkeiten auszuloten, um dann auch den besten Weg für eine erneute Geburt zu finden.

Info:
Fachveranstaltung "Beckenbodenfunktionsstörungen rund um Schwangerschaft und Geburt"
Mittwoch, 20.09.2017, 16 bis 18 Uhr
Hörsaal im Haus C (Medizinisches Forschungszentrum)
Liebigstr. 21, 04103 Leipzig

((Pressemitteilung)) UKL, 18. September 2017